Warum dein Kind nicht alles „mögen“ muss



Vor einigen Jahren hat meine Familie einer afrikanischen Familie geholfen, sich in die amerikanische Kultur zu integrieren. Eine meiner lebhaftesten Erinnerungen ist, als sie das erste Mal bei uns zu Hause waren. Fast jede Frage, die wir ihnen gestellt haben, fing mit „Magst du…“ an.

Das, was sich für die Familie am Ende am herausforderndsten herausgestellt hat, war interessanterweise weder die Umstellung mit der Elektrizität, noch die Straßenverkehrsregeln oder das Wetter, sondern die von allen ständig gestellte Frage „Magst du…?“ Ich wurde durch dieses Erlebnis an etwas sehr Wichtiges erinnert: Es liegt Freiheit darin, wenn wir die Erlaubnis haben, nicht alles „mögen“ zu müssen.


Wahrscheinlich begleitest du keine Familie aus einer anderen Kultur, doch mit Sicherheit hattest du auch schon oft den Anspruch, dass dein Kind, das mögen muss, was gerade getan werden muss -vom Anziehen des Wintermantels bis hin zum Mittagsschlaf.

Als Eltern erleben wir ständig Druck, weil wir das Gefühl haben, dass jede Person jede Entscheidung, die wir treffen, mögen muss. Das ist auf Dauer sehr erschöpfend.


Doch letztendlich bereiten wir unsere Kinder mehr auf das Leben vor, indem wir nicht von ihn verlangen, alles mögen zu müssen, sondern indem wir ihnen dabei helfen, mit den Dingen umzugehen, die sie nicht mögen. Wir können unseren Kindern beibringen, sich durch die harten Zeiten durchzukämpfen, um zu dem Guten danach zu gelangen. Wir können sie ermutigen, die Dinge zu tun, die sich in dem Moment nicht schön anfühlen, die aber dennoch auf längere Zeit gesehen gut sind. Und nebenbei lernen unsere Kinder dabei, was es heißt, dankbar und geduldig zu sein.


Also, du kannst zu deinem Kind beim nächsten Mal folgendes sagen: „Du musst es nicht mögen, doch tun musst du es trotzdem.“

Bleib bei deinem Plan, auch wenn dein Kind es nicht mag. Du musst dein Kind nicht dazu überreden, es zu mögen. Der Mittagsschlaf ist nötig, essen ist wichtig, der Anschnallgurt im Auto ist für die Sicherheit unablässig.

Wenn dein Kind dir dann tausend Fragen entgegengeschleudert und einen Auf-stand macht, kannst du in Gedanken beten: „Gott, bitte zeig mir, was dein Wille ist und hilf mir, ihn umzusetzen, auch wenn mein Kind das im Moment nicht mag.“


Auch wenn es in dem Moment nicht so scheint, wird dein Kind doch dankbar dafür sein, dass du ihm die Freiheit gibst, nicht alles mögen zu müssen, was es tun muss. Und als Elternteil gibt es dir die Freiheit, nicht immer jeden Menschen zufriedenstellen zu müssen.






Autor: Jennifer Walker Original Artikel: https://theparentcue.org/your-preschooler-doesnt-have-to-like-it/

Ins Deutsche übersetzt von Nora Wendt (Die Übersetzung enthält einige inhaltliche Anpassungen.)

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