Wie du in deinem Alltag qualitative Zeit mit deinem Kind verbringen kannst - Teil 3: Mahlzeit



3. Mahlzeit


Deine Rolle: Lehrer/in

Kommunikationsform: gezielte Gespräche

Ziel: zentrale Werte vermitteln


Mahlzeiten können sehr chaotisch sein. Wahrscheinlich werden sie es auch immer bleiben. Mit jüngeren Kindern ist es der reinste Zirkus und mit älteren ist es schon eine Heldentat, alle gleichzeitig an einen Tisch zu bekommen. Die Mahlzeit kann schnell zu einer Zeit werden, in der es nur darum geht, die nötigsten Bedürfnisse zu stillen, anstatt dass sie wirklich Bedeutung und Sinn hat. Wir müssen für das Potenzial, dass in dieser Zeit steckt, sehr kämpfen.


Oft gehen wir diese Zeit gar nicht wirklich bewusst an. Wir müssen anfangen, uns wirklich gemeinsam um den Tisch zu setzen, den Fernseher auszumachen und die Handys wegzulegen. Und dann müssen wir anfangen zu reden – mit unserem Kleinkind, mit unserem Erstklässler, unserem Teenager oder unserem Ehepartner. Wirklich! Sprich sie an! Selbst wenn du manchmal nur Grunzen und einsilbige Antworten zurückbekommst.


Das Ziel der Mahlzeit ist es, Familienwerte zu entwickeln. Fang an, dir (wenn du verheiratet bist mit deinem Ehepartner gemeinsam) zu überlegen, was eure Familienwerte sein sollen. Wähle drei Dinge aus, die eure Familie ausmachen sollen. Ist es dir besonders wichtig, dass ihr respektvoll miteinander umgeht? Willst du es feiern, wenn jemand von euch ehrlich ist? Soll gemeinsamer Spaß eine große Rolle in eurer Familie spielen?

Dir drei Werte auszusuchen bedeutet nicht, dass dir die anderen nicht wichtig sind. Es bedeutet, dass du dich darauf konzentrierst, diese drei zu fördern und zu entwickeln.


Nutze die Zeit am Tisch, um diese Werte zu feiern.


Z.B. wenn du Ehrlichkeit gewählt hast: Sag nicht nur, wie wichtig es ist, ehrlich zu sein, sondern erzähl zu diesem Wert Geschichten von dir, z.B. Situationen aus der eigenen Kindheit oder eine Herausforderung dazu in den letzten Tagen. Wenn du Geschichten von dir selbst erzählst, können deine Kinder sehen, wer du bist - nicht nur als Elternteil, sondern als Person. Die Geschichten machen ihnen deutlich, warum ihr als Familie das wertschätzt, was ihr wertschätzt.


Jüngere Kinder lieben Geschichten von ihren Eltern als sie Kinder waren. Teenager brauchen besonders auch Geschichten von aktuellen Situationen. Das macht die Eltern für sie menschlich und nahbar, was ein guter Gegenpool zu der Distanz und Autorität sein kann, die sie in ihrer Altersphase erleben.


Doch Geschichten zu erzählen bewirkt noch mehr als das. Die Geschichten erlauben deinen Kindern zu sehen, dass du selbst an dem, was du dir von ihnen wünschst, arbeitest, dass du manchmal damit zu kämpfen hast und dass du daran wächst.


Mahlzeiten sind dann effektiv, wenn deine Familie dabei im Mittelpunkt steht. Die Mahlzeiten helfen euch dabei, zusammenzukommen und sich als Familie auf das zu fokussieren, was euch einzigartig macht.


So chaotisch sich die Mahlzeiten auch manchmal anfühlen und so wahnsinnig sie dich manchmal machen, ihr seid ZUSAMMEN da drin. Also nutze die Zeit, um eure Familie zu stärken und zu feiern.

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